Anuga 2015: Top-Themen und VDOE-Talk

Diplom-Oecotrophologin Julia Freerichs besuchte die Anuga 2015 und berichtet über ihre 5 Top-Themen der Ernährungsmesse für Handel, Gastronomie und Außer-Haus-Markt. Snacking-Konzepte über Fleischersatzprodukte, biologisch oder Halal‑zertifizierte Lebensmittel bis hin zum VDOE-Talk…. Ihr Fazit: Auf jeden Fall ist die Messe einen Besuch wert!

Vom 10.-14.10.2015 fand sie wieder statt, die weltweit führende Ernährungsmesse für den Handel und den Außer-Haus-Markt. Unter dem Motto „Taste The Future“ drehte sich in Köln wieder alles rund um das Thema Lebensmittel. Presseberichten zufolge stellten sich dieses Jahr mit mehr als 7000 Anbietern aus 108 Ländern so viele Aussteller dar wie noch nie. Aufgeteilt auf 11 Hallen präsentierten sich 10 Fachmessen, wobei ‚Fine Food‘ und ‚Meat‘ die größten Hallenflächen belegten.

Auch ich war einen Tag lang Gast auf der Anuga, zum einen, um meinem Interesse für aktuelle Trends der Branche nachzugehen und zum anderen, um mich dem Talk des BerufsVerbands Oecotrophologie e.V anzuschließen. Meine persönlichen 5 Top-Themen der Anuga 2015:

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Miniburger als Snackgelgenheit.

Snacking Konzepte: Snacken zu jeder Gelegenheit! Anstatt traditioneller Mahlzeiten ist Snacken ein immer populärer werdender Teil des heutigen Lebensstils. Der Verbraucherwunsch nach transportfähiger, bequemer Ernährung über den ganzen Tag hinweg spiegelt sich auch bei einigen Produktneuheiten wieder. Ganz im Trend liegt somit auch die Burger Variante als Miniformat. Ein zierlicher Burger mit bis zu 20 Gramm bietet einen kalorienbewussten Genuss im Snackformat. Ob das ‚Mundgefühl‘ des Miniburgers dem eines herkömmlichen Burgers nahekommt, konnte ich leider nicht testen, werde es jedoch bei der nächst besten Gelegenheit herausfinden.

 

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Fleischalternativen liegen voll im Trend.

Vegane oder vegetarische  Ersatzprodukte: Diverse Anbieter ließen es in ihren offenen Küchen so  richtig brutzeln. Bei veganer und vegetarischer Grillwurst, Chickenstyle‑Stücken, Schnitzel oder Kebab steht die Angebotsvielfalt von Ersatzprodukten det des Fleisches in nichts nach. Zahlreiche neugierige Besucher kamen zum Verkosten von Wurst und Co. mit veganem oder vegetarischen Anspruch. Auch ich habe mich angeschlossen. Mein Fazit: Die Konsistenz und der Geschmack dieser Produkte kommen dem Vorbild tierischen Ursprungs größtenteils nahe und bieten somit eine gute, durchaus deftige pflanzliche Alternative.

 

 

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Die vegane „Milch“-Tee Variante, selbstverständlich biologisch.

Biologisch-zertifizierte Lebensmittel: Passend zum Thema Gesundheit und Nachhaltigkeit positionieren sich immer mehr Produkte mit dem Nachweis über biologische Zutaten. Diesem Thema folgten auch die Aussteller der diesjährigen Anuga. Das biologische Angebot erstreckt sich von Babynahrung über Fleischerzeugnisse bis hin zu Heißgetränken. Mein persönliches Highlight: Biologisch-veganer „Milch“-Tee, eine leckere Kombination aus Tee und aufgeschäumtem Mandeldrink. Wer gerne Tee mit Milch trinkt und schon länger auf der Suche nach einer veganen Alternative ist, kommt hier auf seine Kosten. Selbstverständlich ist das Getränk nicht nur für Veganer und Vegetarier eine besonders schmackhafte und überzeugende Tee-Variante in verschiedensten Geschmacksrichtungen.

Halal-zertifizierte Lebensmittel: Auffallend stark vertreten auf dieser Anuga war das Angebot der Produkte mit dem Halal-Anspruch, d.h. Lebensmittel, die im Rahmen des islamischen Rituals hergestellt wurden. Im Nachhinein ist der Zuwachs keine Überraschung. So verweist die Innova Market Insights B.V. auf ein 43-prozentiges Wachstum in 2014 gegenüber 2010 außerhalb der typischen Regionen in Asien.

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Innova Market Insights B.V. präsentiert die Top-Trends der Branche.

VDOE-Talk: Auch fand der diesjährige Talk des VDOE im Rahmen der Anuga statt. Zum Thema „Ernährungsinformation für den Verbraucher, Klarheit oder Verunsicherung, was nun?“ diskutierten Verbandsmitglieder u.a. die Möglichkeit einer stärkeren qualitätsorientierten Zusammenarbeit unserer Ernährungsexperten mit Industrie, Gastronomie sowie den Medien, um eine bedürfnisgerechte Ernährungsinformation zu gewährleisten. Wie aktuell diese Fragestellung ist, bekräftigt auch die Innova Market Insights B.V. und macht darauf aufmerksam, dass eine deutliche Kommunikation und eine transparente Etikettierung von Lebensmitteln der Schlüssel ist, um bei den Verbrauchern das Selbstvertrauen in Bezug auf den Lebensmittelkauf aufrecht zu erhalten bzw. zurückzugewinnen.

 


Mein Resümee:
Bereits 2007 habe ich die Anuga in Köln besucht und war daher gut vorbereitet auf das, was einem diese Messe bietet: Eine gigantische Auswahl internationaler Lebensmittel, inspirierende Koch-Shows, Besuchermassen aus der ganzen Welt und lange Korridore. Flaches Schuhwerk war auch in diesem Jahr wieder eine gute Entscheidung. Egal ob Verkostungen von Produktneuheiten, spannende Gespräche mit den Ausstellern und Informationszentren oder facettenreiche Diskussionen während des VDOE‑Talks, die Anuga 2015 war definitiv wieder einen Besuch wert.

Über die Autorin:
Anuga 2015Julia Freerichs ist Diplom-Oeoctrophologin, hat in Mönchengladbach studiert und arbeitete für mehrere Jahre in der F&E Abteilung der Firma Mars Inc. in den Niederlanden, u.a. verantwortlich für die technische Einführung neuer Produkte und Prozesse. Aufbauend auf ihre langjährige Erfahrung in der Lebensmittelindustrie absolviert sie aktuell einen Master im Studiengang Ernährungs- und Verbraucherökonomie an der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel. Seit Mai diesen Jahres leitet sie das VDOE-Wirtschaftsnetzwerk zusammen mit Claudia Paland.

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