„Ernährung 2016“ Top-Referenten, Top-Studien

Drei Tage lang präsentieren Ihnen in Dresden über 100 Referenten aus Ernährungsmedizin und -wissenschaft Neuigkeiten aus ihren Fachbereichen. Besonders spannende Vorträge sind zur aktuellen ernährungsepidemiologischen Forschung und zu den vier neuen Kompetenzclustern zu erwarten.Ernaehrung2016-Banner

Prof. Dr. Heiner Boeing

Prof. Dr. Heiner Boeing

Ernährungsforschung – Top-Studien und Kompetenzcluster in Deutschland
Deutschlands Ernährungs- und Gesundheitsforschung ist auf einem neuen Niveau angelangt. Und zwar, um endlich Durchbrüche bei der Beantwortung der großen Frage zu erhalten: Warum wird der eine krank und bleibt der andere gesund? „Dazu haben wir in Deutschland mittlerweile eine gut aufgestellte Forschungsinfrastruktur“, sagt Professor Dr. Heiner Boeing, Leiter der Abteilung Epidemiologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) aus Potsdam-Rehbrücke.

Ernährungsepidemiologie – spannendes Feld für Oecotrophologen
Ein ganz wichtiger Schritt auf diesem Weg hin zu einer leistungsfähigen Infrastruktur ist die NAKO-Gesundheitsstudie, für deren Rekrutierung 2014 der Startschuss fiel. Diese Studie ist ein sehr ehrgeiziges Projekt, das in seiner Größe (200.000 Teilnehmer), Dauer (20 bis 30 Jahre) und Detailtiefe (z. B. 28 Mio. geplante Bioproben – Blut, Speichel, Urin, Stuhl, Nasensekret) europaweit beispielgebend ist. Mehr als 50.000 Personen nehmen schon an der Studie teil. „Solche ernährungsepidemiologischen Daten- und Probensammlungen sind ungemein wichtig für unsere Forschung. Sie sind außerdem Garant dafür, dass eine Berufswahl in Richtung Ernährungsepidemiologie und „Public Health Nutrition“ als Translationswissenschaft mit sehr guten Perspektiven verbunden ist“, betont Boeing. In Dresden erhalten die Tagungsteilnehmer darüber einen guten Überblick aus erster Hand. Außerdem werden sie bei Vorträgen und Diskussionen hautnah erleben, in welchem Umfeld sich die Ernährungswissenschaften langfristig behaupten müssen.

Prof. Dr. med. Hans Hauner

Prof. Dr. med. Hans Hauner

Interdisziplinäre Kompetenzcluster pushen die Ernährungsforschung
Einen weiteren wichtigen Schub für die Ernährungsforschung gab es Mitte 2015. Es wurden vier vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte „Kompetenzcluster“ mit speziellen Forschungsaufträgen ins Leben gerufen: NutriACT, Diet-Body-Brain, Enable und NutriCard. Jeweils mehrere Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen widmen sich diesen Projekten als Team mit ihrer geballten Expertise aus verschiedenen Fachrichtungen. Ganz bewusst arbeiten sie auch mit Partnern aus der Lebensmittelindustrie zusammen.
Zum Beispiel im bayerischen Enable-Cluster, in dem es darum geht, Menschen aller Altersgruppen gesünder zu ernähren. Einer der Schwerpunkte dieses Clusters ist der Ansatz an Convenience-Produkten. Denn die werden immer populärer, sind aber häufig zu energie-, fett-, zucker- und salzreich und enthalten wenige Ballaststoffe. „Wir wollen an einigen beliebten Fastfoods wie Hamburger oder Pizza exemplarisch zeigen, wie diese Produkte „entschärft“ werden können, ohne an Attraktivität beim Verbraucher zu verlieren“, sagt Professor Hans Hauner von der Technischen Universität München. „Dazu legen wir besonderen Wert auf deren Schmackhaftigkeit“, so der Ernährungsmediziner. Ziel sei auch, die Verbraucher und die Industrie von Anfang an in die Produktentwicklung einzubeziehen. Außerdem wird Enable in der Ernährungskommunikation gezielt auf neue Instrumente wie Smartphones setzen und dazu moderne Technologien nutzen. „In enger Kooperation mit der Informatik planen wir zum Beispiel spezielle Spiele, Apps oder Avatare“, verrät Hauner.

Prof. Dr. Ute Nöthlings

Prof. Dr. Ute Nöthlings

Ernährung, Lebensstil und Leistungsfähigkeit des Gehirns
Wie wirkt unsere Ernährung auf unser Gehirn? Kann ein gesünderer Lebensstil das Demenzrisiko senken? Wie erhalten wir unsere kognitiven Fähigkeiten bis ins hohe Alter? Antworten auf diese Fragen erhoffen sich die Wissenschaftler vom Bonner Kompetenzcluster Diet-Body-Brain. Sie sind besonders wichtig vor dem Hintergrund von 1,5 Mio. Demenzkranken in Deutschland und 300.000 Neuerkrankungen pro Jahr.
Bisher könne man sich noch nicht auf belastbare Daten seitens der Wissenschaft stützen. Ganz zu schweigen von evidenzbasierten Ernährungsempfehlungen. Dabei gibt es Ansätze, die zumindest hoffen lassen. „Studien zeigen, dass z. B. bestimmte Ernährungsweisen wie die Mittelmeerdiät mit der Prävention von neurodegenerativen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden können“, sagt  Professorin Ute Nöthlings von der Universität Bonn. Von verschiedenen Studien, die auf das Ernährungsverhalten abstellen und nach Ernährungsmustern und der Motivation für eine bestimmte Lebensmittelauswahl blicken, erhofft sich das interdisziplinäre Wissenschaftsteam Aufschlüsse. Ganz wesentlich sei aber auch: „Was wir in Erfahrung bringen und untersuchen, muss dann langfristig bei der Bevölkerung ankommen“, formuliert Ute Nöthlings den hohen Anspruch des Vorhabens.

Zur Vorstellung der beiden anderen Kompetenzcluster NutriACT und NutriCARD sowie der Hamburg City Health Study – der größten lokalen Gesundheitsstudie der Welt – konnte der VDOE ebenfalls führende Wissenschaftler gewinnen.

Die VDOE-Vortragssitzung „Ernährungsforschung – Top-Studien und Kompetenzcluster in Deutschland“ findet unter dem Vorsitz von Professorin Sigrid Hahn am 10. Juni 2016 von 16.00 bis 17.30 Uhr statt.

Die Vorträge und Referenten der Sitzung im Überblick:

Das komplette Programm sowie alle weiteren Informationen rund um die Tagung „Ernährung 2016“ gibt es hier. Wer sich noch bis zum 30.04.2016 anmeldet, profitiert von den Rabatten für Frühbucher.

Autorin: Gabriela Freitag-Ziegler

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