Ernährungsbedingte Erkrankungen aus einem anderen Blickwinkel – Exkursion der ÖG Halle/ Leipzig ins Anatomische Institut

Ende Dezember trauten sich einige mutige und interessierte Mitglieder der Örtlichen Gruppe Halle/Leipzig ins Institut für Anatomie und Zellbiologie in Halle, um den menschlichen  Körper aus einem anderen Blickwinkel zu erleben. Dort arbeiten auch einige Ernährungswissenschaftler.

Das Anatomische Institut in der Großen Steinstraße in Halle an der Saale genießt einen guten Ruf in der Stadt, berichtete uns Institutsleiterin Prof. Dr. Kielstein, Direktorin Prof. Dr. med. Heike Kielstein die uns wärmstens willkommen hieß. Die Arbeitsgruppe von Heike Kielstein beschäftigt sich in verschiedenen Projekten mit der Untersuchung von Funktionen der Natürlichen Killer (NK) Zellen in Abhängigkeit vom Körpergewicht. Neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet sind wichtig für das Verständnis des erhöhten Risikos von adipösen Menschen an bestimmten Krebsarten und Virusinfektionen zu erkranken.

Angegemessen gekleidet

Behutsam stimmte sie uns auf die bevorstehende Erfahrung ein und erläuterte Schritt für Schritt, was mit den Körperspendern nach dem Tod geschieht. Angemessen gekleidet in Kittel und Handschuhen und „bewaffnet“ mit Rosmarin gegen Übelkeit betraten wir neugierig den Präparationssaal.

Foto: privat

An einem der Körperspender, einem großgewachsenen, älteren Mann mit offenem Bauchsitus, wurden uns ausführlich einzelne anatomische Strukturen, sowie Besonderheiten aufgezeigt. Dabei durften wir auch einzelne Organe berühren und uns näher betrachten. Durch die Präsentation zweier weiterer Körperspender war es uns möglich, individuelle Unterschiede und altersbedingte Veränderungen zu entdecken. Besonders beeindruckten uns das „große Netz“ des Bauchraumes, eine zirrhotische Leber, ein Magen ohne Schleimhaut, verschiedene Organgrößen (ein kleiner Magen gegen einen riesigen Magen), die Stärke des Magenpförtners und eine Lunge mit schwarzen Flecken, deren Entwicklung gemäß Frau Prof. Kielstein alleine durch das Leben in der Stadt möglich sei.

Beeindruckend detailgenau ging Frau Prof. Kielstein auf unsere Fragen zu ernährungsbedingten Krankheiten und damit einhergehenden anatomischen Veränderungen ein. Als sehr angenehm empfanden wir übereinstimmend den sehr respektvollen und wertschätzenden Umgang von Frau Prof. Kielstein mit den Körperspendern. Wir danken ihr sehr für ihre Zeit und Mühe, uns diese wertvolle Erfahrung zu ermöglichen, die uns nun manches Patientenproblem aus einem anderen Blickwinkel betrachten lässt.

Anne Walther für die Örtliche Gruppe

An über 50 Standorten treffen sich die VDOE-Mitglieder auf regionaler Ebene, um sich fachlich und beruflich zu vernetzen. Sie möchten auch mit dabei sein? Gerne, auch Nicht-Mitglieder sind zum Schnuppern herzlich willkommen. Alle Termine und weitere Berichte finden Sie auf der VDOE-Website.

 

Kommentar(e) zu “Ernährungsbedingte Erkrankungen aus einem anderen Blickwinkel – Exkursion der ÖG Halle/ Leipzig ins Anatomische Institut

  1. Wau, diese Anatomieexkursion finde ich sehr spannend. Muss ich gleich für unsere ÖG anregen. Ich erinnere mich noch heute gut an eine Obduktion (mit unserem Anatomielehrer) vor rund 40 Jahren, vor allem an den Geruch; aber der Bezug zur Ernährung fehlte damals völlig.
    Das wäre doch einen weiteren Artikel mit Hintergrundinfos wert. Leider hab ich noch keinen Review-Fachartikel dazu gefunden. Gibt es eine Aufzeichnung, weitere Notizen zu dieser schönen Exkursion?

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