Innovative Dienstleistungen: Chance und Herausforderung

1. April 2015  |  Autor: (63 Artikel)
Kategorie(n): Beruf & Praxis, Lehre & Lernen, Wissenschaft & Forschung
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Das 20. VDOE-Netzwerktreffen der Haushaltswissenschaftler fand gemeinsam mit dem 3. Bildungs-Netzwerktreffen am 13. und 14. März 2015 in Gießen statt. Thema der Veranstaltung: „Innovative Dienstleistungen –  Chancen und Herausforderungen für die Ökotrophologie.“

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind nicht erst mit steigenden Single-Haushalten oder der zunehmenden Ambulantisierung von Pflege ein Thema. Was aber daran tatsächlich innovativ ist, sollte zum 20. VDOE-H-Netzwerktreffen des in Gießen ergründet werden. Im Gästeh

aus der Universität trafen sich Mitte März 2015 zehn haushaltswissenschaftlich Interessierte H-Netzwerker – ergänzt durch Gäste des Bildungsnetzwerks, das sich tags zuvor am selben Ort traf. Dr. Christine Küster (VDOE-Bildungs-Netzwerk) und Ilse Buchgraber (H-Netzwerk) als jeweilige Moderatorinnen schufen gleich einen innovativen Nutzen aus der Verbindung: eine Kreativitätsmethode, die am Freitag frisch erlernt wurde, kam am Samstag zur praktischen Anwendung.

In den Haushaltswissenschaften steckt ein hohes Innovationspotential, das wiederentdeckt und weiterentwickelt werden will.

Mit dieser Hypothese gab Prof. Pirjo Schack (FH Münster) den Impuls zum fachlichen Einstieg. Anhand von drei Leitfragen erarbeitete sie mit den Teilnehmenden d

as innovative und ökotrophologische Potential bei haushaltsnahen Dienstleistungen: Für wen neu? Wie sehr neu? Was ist neu?Seiten-aus-H-Netzwerk_InnovGesellschaftliche Herausforderungen benötigen kreative

Ideen und kompetentes Handeln. Im EU Horizont 2020 geht es genau darum – Gesundheit, Wohlergehen, demografischer Wandel, Ressourceneffizienz und sich verändernde Gesellschaften sind nur einige Herausforderungen, auf die es haushaltswissenschaftliche Handlungsempfehlungen gibt.

Als praktisches Beispiel für einen haushaltswissenschaftlichen Forschungsansatz beleuchtete Pirjo Schack ihr Projekt „Gutes Leben im Alter“. Eine innovative Vernetzung von Wohnen- Haushaltsnahen Dienstleitungen und Pflege erfüllt die Anforderungen an ein gutes Leben im Alter!

Noch weiter in Richtung Praxis ging der Beitrag von Hauswirtschaftsmeisterin Anette Heuser. Sie stellte ihren Tätigkeitsbereich in der hauswirtschaftlichen Praxis eines Haushalts-Service vor. Das Dienstleistungsunternehmen Faber Management wurde1998 in Gießen von Elisabeth Faber gegründet und bietet unter der Leitung von vier Hauswirtschaftsmeisterinnen Arbeitsplätze für 50 Festangestellte in Gießen und Marburg. Die Leistungen werden sowohl für Privathaushalte, als auch Unternehmen erbracht; ein großer Auftraggeber sind die Jugend- und Sozialämter, denn in deren Auftrag werden viele haushaltsbezogene Aufgaben für Menschen mit Einschränkungen in ihrer Gesundheit /Selbständigkeit unterstützt.
Auch wenn diese Angebote nicht neu sind, so wird die Nachfrage danach sich stetig verändern: das Unternehmen stellt sich auf den demografischen Wandel ein und erwartet verstärktes Interesse aus Single-Haushalten und von älteren Menschen. Das Fazit von Heuser lautete:
Geringe hauswirtschaftliche Kenntnisse (und zeitliche bzw. gesundheitliche Ressourcen) führen zu schlechtem Gesundheits-, Zeit- und Finanzmanagement  –  eine Überforderung vieler Menschen im Alltag ist deutlich feststellbar.

In der anschließenden Diskussion wurde der Brückenschlag zwischen Bildung und Haushaltswissenschaften überdeutlich: Haushaltswissenschaftliche Forschung mu

ss Wirtschaftlichkeit, Kundenbedürfnisse und globale/gesellschaftliche Herausforderungen  für das “Alltagswissen“ bearbeiten und viel stärker in den Bildungsauftrag von Bund und Ländern integriert werden.

Wie können solche Ideen realisiert werden?

Mithilfe der „Disney-Methode“, die gezielt Raum für Visionen, Kritik und Umsetzungen lässt, erarbeiteten die Teilnehmerinnen konkrete Umsetzungsvorschläge für mehr Durchsetzungskraft „Innovativer Dienstleitungen in der Ökotrophologie“: Eine Imagekampagne, eine deutlich verbesserte Kommunikation (am besten personalisiert über eine Leitfigur), eine Umverteilung der Mittel und Kooperationen mit der Wirtschaft sind der geeignete Weg, um Haushaltswissen zu fördern und stärker in  das Bewusstsein und in die Bildungsplanung zu be-fördern.

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