Mehr als nur eine einfache Mühle – Studentische VDOE-Mitglieder besuchen das Unternehmen GEORG PLANGE

Anfang Mai machte sich ein „bunter“ Haufen StudentInnen der Uni Bonn auf den Weg zu GEORG PLANGE nach Neuss. GEORG PLANGE? – Wäre die Gruppe um ihre ÖG-Leiterinnen Rebecca Scherer und Julia Winter vorher nach dem Betrieb gefragt worden, so hätte wohl kaum jemand so wirklich Bescheid gewusst. Dabei zählt das im Jahre 1775 gegründete Unternehmen mit Sitz im Neusser Hafen heute zu den größten und marktführenden Mühlenbetrieben in Deutschland. Und so bot sich den TeilnehmerInnen ein äußerst spannender Einblick in einen vielleicht eher weniger beachteten, aber sehr facettenreichen Bereich der Lebensmittelproduktion.

GEORG PLANGE Werk

Die Bedeutung der Mühlenwirtschaft

Nach einem kurzen Snack mit süßen Hefeteilchen aus der hauseigenen Backstube, führte Diana Röwer, Leiterin des Qualitätsmanagement und Mitglied im QM/QS-Netzwerk im VDOE, kurz in die Mühlenwirtschaft ein. Dem Verband Deutscher Mühlen (VDM) nach werden in Deutschland Jahr für Jahr gut 8,7 Millionen Tonnen Getreide vermahlen. Und das ist auch gut so, schließlich verbraucht der Durchschnittsdeutsche rund 70 kg Mehl und Mahlerzeugnisse im Jahr. GEORG PLANGE produziert jedoch nicht nur für Bäckereien – auch Unternehmen wie KFC zählen zu seinen Kunden und panieren beispielsweise ihre Hot Wings mit Mehl aus Neuss.

Vom Getreide zum Mehl

Moderne Getreidemühle

Schema einer modernen Getreidemühle

 

Nach diesen einführenden Erklärungen und einem kurzen Überblick über den Mahlprozess selbst ging es dann auch endlich in die Produktion. Ausgestattet mit Kopfhaube und Kittel konnten die ExkursionsteilnehmerInnen den Weg des Getreides von Anlieferung & Qualitätskontrolle über Reinigung & Vermahlung bis hin zur Einlagerung & Verladung verfolgen und die hochmodernen Anlagen bestaunen – eine tolle Möglichkeit für die StudentInnen, das an der Uni theoretisch erworbene Wissen nun auch endlich einmal praktisch angewandt zu erleben. Schließlich führte Röwer die Gruppe in ihr Reich, das Qualitätslabor, welches tagtäglich hunderte von Proben analysiert und auswertet. In Zusammenarbeit mit der angrenzenden Versuchsbäckerei wird jedoch nicht nur die aktuelle Produktion geprüft, sondern auch die Entwicklung neuer Mehlsorten und Backmischungen vorangetrieben. Denn heutzutage zählt GEORG PLANGE nicht nur zu den größten Mühlen Deutschlands, sondern laut Eigenaussage mit über 300 Produkten auch zu den leistungsfähigsten Herstellern von Bakery Ingredients.

 

Auch Backmischungen liefert das Unternehmen

 

Von Planges „Knusperkruste“, einer Fertigmischung für rustikale Weizenschrotbrote über Mixturen für Hefeteiggebäcke bis hin zu Dekorprodukten – es gibt kaum etwas, das nicht vom Unternehmen bezogen werden kann. Die Vorstellung, dass vor allem kleinere Bäckereien alle Zutaten noch vor Ort zusammenfügen würden, sei oftmals eine Illusion, so Röwer. Damit der Kunde jederzeit Hilfe bei seinen Produkten bekommt, gibt es sogar eine 24-h-Bäckerhotline sowie Mitarbeiter, die innerhalb kürzester Zeit ausfahren und Vor-Ort-Hilfe leisten.

Die Lebensmittelwirtschaft als Arbeitgeber

Zum Abschluss der Exkursion kamen alle noch einmal im Besprechungsraum zusammen. Gerade der berufliche Werdegang Röwers weckte die Aufmerksamkeit der Studentinnen und diese konnte den Interessierten als VDOE-Mitglied und Leiterin des Netzwerkes QM/QS wertvolle Tipps mit auf den Weg geben. Denn der Tätigkeitsbereich QM / QS bzw. Food Safety ist ein boomendes Arbeitsfeld für die Oecotrophologen, Ernährungs-und Lebensmittelwissenschaftler und belegt seit Jahren einen Spitzenplatz in den Auswertungen des VDOE-Stellenservice.

Die Studentische ÖG Bonn nach dem Besuch der Mühle.

Mit vielen spannenden Eindrücken im Gepäck verließ die Gruppe das Werksgelände und war einheitlich der Meinung: GEORG PLANGE ist mehr als nur eine einfache Mühle!

Bericht: Kira Schwarz

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