In der Landwirtschaftsverwaltung arbeiten? Eine interessante Perspektive für Oecotrophologen nach dem Studium

Spannende Herausforderungen, Gestaltungsfreiräume, faire Bezahlung und vielfältige spannende Einsatzorte – all das wartet in der Landwirtschaftsverwaltung des Landes Baden-Württemberg auf Oecotrophologen. Mareike Schubert, Landesvorsitzende des Verbands der Lehr- und Beratungskräfte für Haushalt und Verbrauch im Ländlichen Raum Baden-Württemberg (vlb) stellt die Arbeit und das Referendariat im Schwerpunkt Haushalt und Ernährung, das Voraussetzung für die Einstellung im höheren Dienst in der Landwirtschaftsverwaltung des Landes Baden-Württemberg ist, vor.

Wie läuft das Referendariat in der Landwirtschaftsverwaltung BW ab?

Es handelt sich um eine 19-monatige duale Ausbildung. Der Schwerpunkt findet an einer unteren Landwirtschaftsbehörde bei einem Landratsamt mit Fachschule statt. Hier absolviert ihr verschiedene Ausbildungsstationen, arbeitet in den Fachreferaten mit und führt zunächst angeleiteten, später eigenverantwortlichen Unterricht durch. Ihr werdet an den unteren Landwirtschaftsbehörden von Mentorinnen und Mentoren begleitet und unterstützt. Die Ausbildung wird ergänzt durch Ausbildungsaufenthalte an den Regierungspräsidien und zentrale Ausbildungslehrgänge an der Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL) in Schwäbisch Gmünd. In diesen Lehrgängen werden die theoretischen und methodischen Grundlagen vermittelt bzw. ergänzt. Ihr solltet natürlich generell offen für landwirtschaftliche Themen sein. Die Ausbildung schließt mit einer Laufbahnprüfung ab, die auch die Befähigung zum Lehramt an Fachschulen umfasst.


Was sind die Voraussetzungen?

Um für ein Referendariat in Frage zu kommen, müsst ihr euer Masterstudium unter bestimmten Bedingungen erfolgreich abgeschlossen haben. Unabhängig vom Studiengang muss zusätzlich ein Berufsabschluss im genannten Schwerpunkt, z.B. Hauswirtschafter/in oder eine praktischen Ausbildung von 12 Monaten in der Hauswirtschaft vorliegen. Davon müssen mindestens 6 Monate in einem landwirtschaftlichen Betrieb bzw. vergleichbarer Einrichtung erbracht worden sein – daher solltet ihr Interesse an der Landwirtschaft haben. Zusätzlich muss die Praktikantenprüfung absolviert werden.

Vielfältige Einsatzorte – Berichte aus der Praxis

35 Landwirtschaftsämter, fünf davon mit Kompetenzzentren für Ernährung, die Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der Ländlichen Räume, vier Regierungspräsidien sowie das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz warten auf euch. Wie vielfältig die Aufgabengebiete in den unterschiedlichen Einsatzorten sind, zeigen die folgenden Schilderungen unserer Mitarbeiter:

Einsatzort untere Landwirtschaftsbehörde:
„Als Sachgebietsleiterin organisiere ich alle Aktivitäten des Fachbereichs Ernährung und Hauswirtschaft und führe drei Mitarbeiterinnen. Ich koordiniere die Ernährungsinitiativen des Landes Baden-Württemberg „MACH’S MAHL“ und „BeKi – Bewusste Kinderernährung“ in unserem Landkreis. Hierzu gehört die Organisation von Veranstaltungen für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für Schulklassen und die Koordinierung von externen Honorarkräften. An unserer Fachschule unterrichte ich in der Fachrichtung Hauswirtschaft die angehenden Hauswirtschaftsmeister/innen, die Hauswirtschafter/innen und in der Fachrichtung Landwirtschaft die angehenden Landwirtschaftsmeister/innen. Hier unterstützt mich unter anderem eine weitere Kollegin des höheren Dienstes. Diese ist außerdem für die Ausbildungsberatung für die Berufe der Hauswirtschaft zuständig, organisiert Veranstaltungen zu hauswirtschaftlichen Themen und informiert und berät landwirtschaftliche Betriebe zu Einkommensalternativen wie Urlaub auf dem Bauernhof und Direktvermarktung.“

MACH'S MAHL - die Offensive für gutes Essen in Baden-Württemberg

Einsatzort Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der Ländlichen Räume:
„Ich bin zuständig für die landesweite Koordinierung der Landesinitiative BeKi – Bewusste Kinderernährung. Hierzu gehört unter anderem die Organisation von Fortbildungen für die BeKi-Koordinatorinnen der unteren Landwirtschaftsbehörden sowie für die etwa 250 BeKi-Referentinnen in Baden-Württemberg. Meine Kollegin, die ebenfalls aus dem Bereich Ernährung und Hauswirtschaft stammt, organisiert die zentralen Fortbildungen für alle Landesbediensteten in der Landwirtschaftsverwaltung.“

Hauswirtschaft, ein Beruf mit Zukunft

Hauswirtschaft, ein Beruf mit Zukunft

Einsatzort Regierungspräsidium:
„Ich organisiere die Aus- und Fortbildung in den Berufen der Hauswirtschaft in Baden-Württemberg. Hierzu gehört die Organisation und Durchführung von Prüfungen sowie die Anerkennung von Ausbildungsbetrieben. Des Weiteren habe ich die Fachaufsicht über die unteren Landwirtschaftsbehörden in Angelegenheiten der Hauswirtschaft und Ernährung.“

 

Einsatzort Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz:
„Ich bin zuständig für die Entwicklung und Etablierung des aktuellen landesweiten Schwerpunktthemas des MLR im Bereich Ernährung, für die inhaltliche Betreuung der landesweiten Offensive „MACH’S MAHL“ sowie für die Organisation landesweiter Aktionstage in diesem Rahmen. Zu meinem Aufgabengebiet gehören außerdem die Redaktion der Zeitschrift „ESSPRESS“, die Organisation von Tagungen, Besprechungen, Gremiensitzungen und die Vorbereitung von Terminen der Amtsspitze.“

Über diese abwechslungsreichen Beispiele hinaus warten noch weitere interessante Aufgaben auf euch – z.B. in den Bereichen Agrarstruktur und Agrarpolitik. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Schulleitung, die stellvertretende Leitung oder die Leitung einer unteren Landwirtschaftsbehörde auszuüben.

Interesse?

Ausführliche Informationen zum Bewerbungsverfahren und weitere Informationen findet Ihr hier. Bewerbungszeitraum ist in der Regel ab Januar bis 28. Februar eines Jahres. Die Ausschreibung wird über das Internet und die Hochschulen veröffentlicht. Die Ausbildung beginnt jeweils am 01. Oktober.

Erläuterung der Zulassungsvoraussetzungen für das Referendariat in der Landwirtschaftsverwaltung im Schwerpunkt Haushalt und Ernährung

 


Die Autorin: Mareike Schubert

 

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