Über die Fidschi-Inseln zum VDOE

3. November 2015  |  Autor: (63 Artikel)
Kategorie(n): Studium & Karriere, Unterwegs & vor Ort
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Fidschi-Inseln klingen nach Traumurlaub. Die Oecotrophologin Verena Laubenbacher lernt dort aber Projekte rund um die Ernährungsbildung und –sicherung in der Südsee kennen. Part 1: Vom Studieren in Triesdorf, dem Marketing-Praktikum in Wien sowie dem Plan für die Reise. Ein Praktikum beim National Food and Nutrition Centre macht es möglich. Die Triesdorfer Absolventin berichtet im VDOE-Blog in lockerer Folge über ihren Weg zu den Trauminseln, ihre Erfahrungen und Erlebnisse! 

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Verena Laubenbacher

Begleiten Sie Verena Laubenbacher, erhalten Sie einen Einblick in die Kultur und die Ernährungsweisen auf den Fidschi-Inseln. Im ersten Teil berichtet die Bachelor-Absolventin über ihren Werdegang und ihre Schritte vom Studium bis zum Reiseantritt:

„Früher war es vor allem etwas rein Notwendiges für mich, doch entwickelte sich daraus eine wahre Leidenschaft: Die Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung – Ernährung, als ein essentieller Bestandteil unseres Lebens mit all seinen vielfältigen Ausgestaltungen, Einflüssen und Prägungen. Nach Abschluss meines Bachelor-Studiums möchte ich mich dieser Thematik nun auch außerhalb Deutschlands widmen, wofür ich ein halbes Jahr auf den Fidschi-Inseln verbringen werde.

Bis vor ein paar Jahren beschäftigte ich mich kaum damit, was mein Körper täglich an Lebensmitteln und Getränken aufnimmt – Hauptsache es schmeckt und macht satt! Dann jedoch begann ich nach dem Gymnasialabschluss das Studium „Ernährung und Versorgungsmanagement“ an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Zweigstelle Triesdorf (Mittelfranken). Mein erster Besuch zur Wohnungsbesichtigung dort versprach nichts Gutes. Ein kleines Dorf irgendwo im Nirgendwo – und hier soll ich studieren? Mein erstes eigenes Zimmer in einer WG soll hier sein? Soll ich vielleicht doch lieber den VWL-Platz in meiner Heimatstadt München annehmen? Doch ich entschied mich für Triesdorf, was sich im Nachhinein auf Grund des familiären Umfelds und der unglaublich interessanten Begegnungen dort als die einzig richtige Entscheidung herausstellte.

Köstliches Praxissemester

In der ersten Hälfte des Studiums war meine Motivation nicht die Größte, da im Grundstudium die Fächer noch sehr allgemein gehalten sind. Man eignet sich ein breites Grundwissen in den Natur- und Wirtschaftswissenschaften an. Doch spätestens mit dem fünften und somit praktischen Semester wird es spezieller und der Sinn hinter dem ganzen Erlernten deutlicher. Ich absolvierte das Praxissemester bei Landgarten, ein Bio-Lebensmittel-produzierendes Unternehmen im schönen Niederösterreich. Während dieser Zeit lebte ich in einer Studenten-WG mitten in Wien – ein bisschen Großstadtluft zwischen drin zu schnuppern ist auch schön und interessant. Die bei Landgarten hergestellten Schokofrüchte und Knabbereien wie geröstete Sojabohnen aus der eigenen Landwirtschaft galt es für mich als Praktikantin im Bereich Marketing und Verkauf nicht nur zu vermarkten, sondern natürlich auch zu verkosten. Das Praktikum brachte einen tiefgehenden Einblick in den Ablauf des gesamten Unternehmens sowie dessen Eingliederung in den Markt mit sich. Unter Anderem dem direkten Kontakt zu den Endverbrauchern, beispielsweise auf Messen, verdanke ich die Herauskristallisierung meiner persönlichen Interessenschwerpunkte. Der große Handlungsbedarf in der Verbraucherbildung wurde mir immer klarer. Diese Forderung steigt mit der globalen wirtschaftlichen Vernetzung und den immer komplexer werdenden Wertschöpfungsketten und Zusammenhängen natürlich enorm. Im Laufe des halben Jahres reifte der Wunsch in mir heran, sich weiter in dieses Gebiet einzuarbeiten.

Wieder zurück in Triesdorf trat ich dem Hochschul-internen Arbeitskreis Grüner Essen e.V. bei. Hier bekochten wir unsere Mitstudenten einmal wöchentlich mit regionalen und saisonalen Gerichten, serviert mit Informationen über die verwendeten Lebensmittel und andere Themen rund um nachhaltige Ernährung. Bei der anstehenden Schwerpunktwahl im Studium entschied ich mich für den Bereich „Ernährung und Gesundheit“. Vor allem unser Wissen über ernährungsmedizinische Zusammenhänge und das Vorgehen in der Ernährungstherapie wurden vertieft. Die praktische Ausrichtung der Hochschule gefällt mir sehr gut. Diese ist zum einen durch Praktika und zum anderen durch die Professoren gegeben, welche Kontakte und Arbeitserfahrung auch außerhalb des universitären Lebens vorweisen und pflegen.

Mein weiterer Plan ist nun eine Spezialisierung in oben beschriebenem Gebiet, wozu sich der Masterstudiengang „Nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft“ an der Fachhochschule Münster anbietet.

Die Südsee ruft

Abb6_FijiUm jedoch noch mehr praktische Erfahrung zu sammeln, absolviere ich erst einmal noch zwei Praktika für jeweils ein halbes Jahr. Als Erstes fliege ich auf die Fidschi-Inseln, um dort die Ernährungswissenschaftler des National Food and Nutrition Centres in ihren Projekten rund um Ernährungsbildung und –sicherung tatkräftig zu unterstützen. Das im Studium theoretisch erlernte Wissen, beispielsweise über ernährungsbedingte Krankheiten oder Ernährungsrichtlinien, erhält damit einen lebendigen Anstrich für mich! Hoffentlich ist die Zeit ausreichend, um einen tiefgehenden Einblick in die aktuelle Ernährungssituation in diesem Entwicklungsland zu kriegen, zu erfahren, wo der größte Handlungsbedarf besteht und was von staatlicher sowie privater Seite bereits unternommen wird. Sind Einrichtungen und Strukturen, wie sie in Deutschland vorzufinden sind, übertragbar und von welchen Seiten aus kann man mit Unterstützung rechnen? Mit Englisch als Amtssprache wird es keine sprachlichen Barrieren in der Kommunikation für mich geben. Kulturelle Unterschiede hingegen zeichnen sich zwar ab, ich befürchte jedoch keine größeren Probleme. Im Alltag relevante Themen wie beispielsweise die Rolle der Frau ähneln unserem westeuropäischen Wertesystem.

Nach diesem halben Jahr nehme ich dann die Zusammenhänge in Deutschland genauer unter die Lupe, da ich die Möglichkeit erhalte, ein Praktikum in der Öffentlichkeitsarbeit des VDOE zu absolvieren.

So kurz vor meinem Abflug bin ich nun schon sehr gespannt, was auf mich zukommt und was es demnächst aus der Ferne zu berichten gibt…

Die nächsten Berichte:

Teil 2:  Nichts trübt die Ankunft und die ersten Eindrücke der Südsee bei sonnenklaren Wetter. Doch warum ist die Praktikumsstelle beim National Food and Nutrition Center in Gefahr?

Teil 3: Ein neuer Praktikumsplatz muss her! Und wie geht Qualitätsmanagement eigentlich auf fidschianisch?

Teil 4: NGO FRIEND und GROW – zwei unterschiedliche Wege zu helfen. Und wie man trotz El Niño und der extremen Trockenheit Weihnachten feiern kann.

Teil 5: Von Ananas und Armut

Teil 6: Ernährungssicherung nach dem Zyklon

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