VDOE-Regionaltreff QM/Wirtschaft: Betriebsbesichtigung Teekanne

23. Oktober 2017  |  Autor: (63 Artikel)
Kategorie(n): VDOE-Nachricht
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Mehr als Teetrinken war beim Besuch von neun Oecotrophologinnen des Regionaltreffs QM/Wirtschaft bei der Firma Teekanne GmbH in Düsseldorf angesagt. Sie erfuhren einiges über die Geschichte des Unternehmens, machten eine Verkostung und warfen einen fachlichen Blick in die Produktion. 

Durch die freundlichen Führerinnen wurde die Gruppe um Leiterin Diana Röwer in einen Besucherraum begleitet, wo bei einer Tasse Tee nach einer kurzen Begrüßung zwei Filme gezeigt wurden. Zum einen wurde die Geschichte des 130jährigen Unternehmens dargestellt, zum anderen Infos rund um die Anbaugebiete, die Ernte, sowie die Weiterbearbeitung näher gebracht.

Für alle war neu, dass es sich nur bei schwarzem und grünem Tee botanisch betrachtet wirklich um Tee (Camellia sinensis) handelt. Früchte- und Kräutertees werden, wie die Namen schon sagen, unter Verwendung von Früchten, Kräutern und Aromen hergestellt und entspringen somit nicht der Teepflanze. Auch interessant war, dass schwarzer und grüner Tee von der gleichen Pflanze stammen und sich nur durch die Verarbeitung unterscheiden.

Der Pflück- und Verarbeitungsprozess

Gepflückt wird nach der Regel ”two leaves and a bud” (die beiden jüngsten Blätter und die Blattknospe), denn die Qualität des Tees ist umso besser, je jünger die Blätter sind. Frische Teeblätter sind nicht lange haltbar. Daher wird der gepflückte Tee sofort auf den Plantagen im Ursprungsland aufbereitet. Dies geschieht in folgenden Schritten:

  1. Welken
    Die Teeblätter werden zum Trocknen ausgebreitet, um sie für die Weiterverarbeitung geschmeidig zu machen. Dabei verlieren sie je nach Anbaugebiet zwischen 30 und 70% ihrer Feuchtigkeit.
  2. Rollen
    Damit Sauerstoff an den Zellsaft gelangt, werden durch Rollen die Zellwände der Blattzellen aufgebrochen.
  3. Fermentieren
    Der austretende Zellsaft fermentiert in einem Oxidationsprozess. Dabei verändert der Tee seine Farbe und entwickelt sein charakteristisches Aroma. (Grüner Tee wird nicht fermentiert. Daher ändert der Tee nicht seine Farbe und bleibt grün).
  4. Trocknen
    Den fermentierten Blättern wird in Trockenöfen die restliche Feuchtigkeit entzogen und der Zellsaft trocknet an den Blättern an. So wird der Tee haltbar gemacht.
  5. Sortieren
    In Siebmaschinen wird der fertige Tee nach Blattgraden sortiert. Fachleute unterscheiden hierbei hauptsächlich zwischen Blatttees und kleinblättrigen Tees. Die Größe des Blattes sagt jedoch nichts über die Qualität des Tees aus.
  6. Das Verpacken
    Der nach Blattgraden sortierte Tee wird in Papiersäcke gefüllt. Gegen äußere Einflüsse geschützt kann er so transportiert und verschifft werden.

Im Anschluss an die Filme durften die Besucher ausgewählte Produkte sowie die neuesten Entwicklungen verkosten. Nach einem kurzen Abstecher über den Werksverkauf (wo natürlich fast alle einige Produkte kauften) ging es in das kleine Teemuseum. Hier wird neben zahlreichen historischen Motiven, Werbematerialien und Porzellanteekannen auch die erste Teebeutelabfüllmaschine ausgestellt.

Nun ging es endlich in die Produktion. Auf Grund der Food Defense dürfen Besucher nicht mehr direkt an die Maschinen. Dennoch konnten auf einem Podest hinter Glasscheiben die Abfüllanlagen und die Arbeit der Teekannemitarbeiter beobachtet werden.

Den Abend haben die Oecotrophologinnen im regen Austausch über aktuelle Themen und Neuigkeiten im Restaurant bei Pizza und Pasta ausklingen lassen.

Impressionen der Besucherinnen:

„Interessanter Abend mit großzügiger Verkostung und einem spannendem Einblick in die Produktion.“

 

„Viel Wissenswertes über den Teeanbau und die weitere Verarbeitung gelernt.“

 

„Besonders interessant war es, die Abfüllanlagen in Aktion zu sehen.“

Diana Röwer, Neuss


Über die Regionaltreffs QM/QS und Wirtschaft:

Zusätzlich zu den jährlichen Netzwerktreffen QM/QS und Wirtschaft treffen sich die Mitglieder seit 2016 regional in den Ballungsräumen

  • Düsseldorf
  • Hamburg
  • Frankfurt / Rhein-Main

bei den sogenannten Regionaltreffs QM/Wirtschaft.

Ziel ist es, unseren Mitgliedern aus Wirtschaft und Industrie eine weitere, regionale und damit sehr persönliche Plattform zum Netzwerken zu bieten. Die Stärke bei den Regionaltreffs liegt darin, dass Experten interdisziplinärer Bereiche einander begegnen und in kleinen Gruppen ein intensiver Austausch stattfindet.

Bei den Treffen werden – vergleichbar wie in den örtlichen Gruppen – Neuigkeiten ausgetauscht und aktuelle Themen der Branche diskutiert. Denn die Ernährungswirtschaft/-industrie und der Bereich QM/QS boomen und bieten daher viele Chancen für Absolventen im Bereich Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaft und Oecotrophologie. Und das unabhängig davon, ob festangestellt oder selbstständig; ob in der Industrie, in Unternehmen oder sonstigen Institutionen.

 

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