Von der Versorgung im atomaren Notfall und dem schönen Ahrtal

31. März 2017  |  Autor: (43 Artikel)
Kategorie(n): Beruf & Praxis, Reuterstraße intern, Unterwegs & vor Ort
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Betriebsausflug beim VDOE: Uns Geschäftsstellen-Mitarbeiterinnen zog es von Bonn ins nahe Ahrtal, zu der Dokumentationsstätte des Regierungsbunkers. Wer diese schöne Wein-Region besucht, sollte auf jeden Fall die Chance nutzen, bei diesem beindruckenden Zeugnis der Nachkriegszeit vorbeizuschauen. Nicht nur wegen der historischen Kommunikationstechnik und Ausstattung, sondern auch weil deutlich wird, dass die Themen rund um die Oecotrophologie schon immer allgegenwärtig waren: Denn im geheimen Ausweichbunker für die Regierung sollten im atomaren Ernstfall bis zu 3.000 Menschen für 30 Tage versorgt werden.

Das bedeutet jede Menge Fachverstand und Logistik in Sachen Ernährung, Verpflegung, Notfall-Versorgung, Hauswirtschaft, Gesundheit, Technik…. Also höchst oecotrophologische Themen. Ob die auch Kollegen von uns mit im „Boot“ hatten? Wir konnten es nicht in Erfahrung bringen – aber da der Studiengang Oecotrophologie erst in den 1960ern Jahren etabliert wurde, ist zumindest für die Anfangszeit nicht davon auszugehen.

Notfallversorgung, Küchentechnik und Gemeinschaftsverpflegung

Die Versorgung und die Küchentechnik mussten ständig bereit stehen und auch im Notfall sofort funktionieren.

 

Es gab  einiges für uns zu sehen bei der Führung: Riesige Brotschneidemaschinen, Dekontaminationsduschen, das Kinoprogramm für das Bunkerpersonal, reichlich Technik, viel Stahl und Beton, karge Schlafräume für Bundespräsidenten und -kanzler sowie Steuerungspulte wie bei Raumschiff Enterprise. Das ganze Bauwerk, anfangs noch als Bahntunnel geplant und im 1. Weltkrieg zur Champignonzucht genutzt, maß zu Fertigstellung im Jahr 1971 insgesamt 17,3 km (!) und umfasste 936 Schlaf- sowie 897 Büroräume.

 

Neben dem chicken 70er Jahre Ensemble gibt es jede Menge historischer (Kommunikations-)technik zu bewundern.

 

Ernährungssicherheit: Heute auch noch wichtig

Übrigens ist Ernährungssicherung und -versorgung in Krisen auch heute noch ein weites berufliches Feld für Oecotrophologen: Prof. Gardemann aus Münster, der gerade mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, hat eindrucksvoll in seinem Beitrag im VDOE-Blog beschrieben, wie sehr er hier die fachlichen Kompetenzen der Oecotrophologen sehr schätzt. Auch beim GIZ oder beim Deutschen Roten Kreuz gibt es Kollegen, die sich um die Versorgung der Menschen in Kriegs- und Krisenregionen kümmern.

 

Hygiene: Heute wie früher ein Thema!

 

Doch zurück zum Regierungsbunker aus den Zeiten des kalten Krieges: Heute ist er auf 203 Meter zurückgebaut und dient als Museum. Der Rest ist entkernte, kilometermeterlange Röhre mit einem Durchmesser von acht Meter. Hier lässt es sich prima reinrufen oder singen und es echot dann hervorragend zurück. „VDOE… ÖÖöh.. Ööh.. Öh.. Ö..“

Ende Gelände: Da schauen wir in die Röhre.

Uns hat die informative Führung durch den Bunker sehr gut gefallen und wir waren von diesem Denkmal der besonderen Art tief beindruckt. Dennoch waren alle froh, wieder ans Tageslicht zu können. Gut, dass nie ein atomarer Ernstfall eingetreten ist und hoffentlich auch niemals eintreten wird.

 

Alle VDOE-Kolleginnen und studentischen Mitarbeiterinnen sind wieder glücklich ans Tageslicht gelangt.

Alle Kolleginnen und studentischen Mitarbeiterinnen sind wieder glücklich ans Tageslicht gelangt.

Und dann: Genuss im Ahrtal

Das Ahrtal zeigte sich anschließend von seiner schönsten Seite an diesem sonnigen Märztag. Dort laden viele nette Restaurants zum Genuss ein – mit oder ohne Wein. Und kein Essen ohne anschließende Bewegung: Der obligatorische Verdauungsspaziergang in den Weinbergen rundete die Eindrücke ab.

Nun sitzen wir wieder bei  – moderner –  Kommunikationstechnologie für euch in den Räumen der Geschäftsstelle und beantworten Anfragen, machen uns stark für den Berufsstand und zehren dabei vom gemeinsamen Event.

Astrid Donalies

Fotos: Astrid Donalies und Jutta Bassfeld

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