Die inneren Werte zählen!

26. September 2018  |  Autor: (85 Artikel)
Kategorie(n): Beruf & Praxis, Nachgefragt & Nachgehakt
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Gesundheit: Eine Frage des Gewichts? Ja und nein.

In unserem Berufsalltag haben wir in sehr unterschiedlichen Arbeitsumfeldern (Praxis, Klinik, etc.) mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun. Gemein ist uns allen jedoch, dass es stets um den Körper unserer Klienten und Patienten geht – und dabei nicht selten um die Themen Gewicht – Übergewicht, Normalgewicht, Untergewicht – und auch die Mangel- und Fehlernährung. Gerade letztere können wir von außen nur abschätzen und mithilfe von Scores (z.B. Nutrition Risk Score) annähern. Dabei ist ja gerade die Zusammensetzung des Körpers neben den Blutparametern so maßgebend, um die Gesundheit eines Körpers zu erfassen und unsere Arbeit auf fundierte Beine zu stellen. Es ist uns bekannt, dass der Body Mass Index (BMI) nur die halbe Wahrheit ist und die Messung des Bauchumfangs eine sinnvolle ergänzende Maßnahme, wenn es um die Einschätzung der Gesundheit geht. Doch wir können mit diesen Messungen nicht erkennen, ob ein erhöhter BMI aufgrund von viel Muskel- oder Fettmasse besteht (z. B. Sportler versus Nicht-Sportler), ob bei der Gewichtsabnahme wertvolle Muskulatur anstelle von Fett erfolgt oder ob es – selbst bei unauffälligem Bauchumfang – zu einem risikoreichen Anstieg viszeralen Fettgewebes gekommen ist (sogenannte „Tofis“).

Sollten ÖkotrophologInnen die Körperzusammensetzung messen?

Unsere Arbeit in der Ernährungsberatung und -therapie umfasst klassischerweise die Ernährungsanalyse und die Berücksichtigung von Blutwerten. Das Erfassen der Körperzusammensetzung ist für uns eine weitere wertvolle und objektive Messung, die nicht nur ermöglicht, gesundheitsförderliche oder risikoreiche Verläufe (frühzeitig) zu erkennen. Die Messung hilft, unsere Patienten in ihrer eigenen Selbstwirksamkeit zu unterstützen und zu motivieren. Die Messwerte helfen, die Erfolge des Patienten darzustellen, selbst wenn sich auf der normalen Körperwaage nichts tut. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Muskulatur zunimmt und sich das (viszerale) Fettgewebe gleichzeitig reduziert.
In der Zusammenarbeit und im Austausch mit Ärzten bietet die Darstellung der Körperzusammensetzung darüber hinaus die Möglichkeit, den Wert der Ernährungsberatung/-therapie deutlich zu machen. Zum Beispiel, wenn eine diagnostizierte Leberverfettung durch die Ernährungsumstellung reduziert wird und die Reduktion der viszeralen Fettmasse mit einer objektiven Messung auch von uns ÖkotrophologInnen dokumentiert werden kann.

Wofür ist die Messung sinnvoll?

Es gibt verschiedene Gründe, wofür die Messung der Körperzusammensetzung eine sinnvolle und unterstützende Maßnahme ist.

Zum einen ist die Erfassung von Fett- und Muskelmasse sowie Körperwasser wertvoll, wenn die Veränderung einer oder mehrerer dieser Parameter einen Einfluss auf die Gesundheitssituation des Patienten hat. Es ist therapieentscheidend, ob sich ein (angestrebter oder ungewollter) Gewichtsverlust in eine Mangelernährung des Patienten entwickelt – ein Problem, dass wir nicht nur von hospitalisierten und onkologischen PatientInnen kennen, sondern auch als Folge einer Fehlernährung. Wir können dann mit der Ernährung eine maßgebliche Säule in der Therapie sein.

Ein weiterer Grund ist das (frühzeitige) Erkennen einer ungesunden Körperzusammensetzung. Eine erhöhte viszerale Fettmasse ist nicht immer sichtbar, da der BMI und auch der Taillenumfang unauffällig sein können. Das ektope Leberfett gepaart mit einer möglichen Insulinresistenz, die wir aus den Blutwerten erkennen können, kann dem angestrebten langfristigen Gewichtsverlust unserer Klienten bzw. Patienten konterkarieren und auch bei Normalgewichtigen erhöhte Blutfett-/ -cholesterinwerte erklärbar machen.

Und wir können mit unseren Klienten und Patienten auch über die eigentliche Beratung/Therapie hinaus den Kontakt aufrecht halten, weil sie die Messung der Körperzusammensetzung als Erfolgskontrolle nutzen möchten – und bei Bedarf wieder Rat bei uns suchen.

Die Qual der Wahl: Waage ist nicht gleich Waage.

Alle Waagen zur Messung der Körperzusammensetzung erfassen zwar die Körperzusammensetzung mittels bioelektrische Impedanzanalyse (BIA), unterscheiden sich aber dennoch sehr. Die Unterschiede liegen zum einen in der Praktikabilität, denn die unkomplizierte Anwendung und die kurze Dauer der Messung sind für unseren Berufsalltag relevant. Zum anderen ist die Validität, sprich die Genauigkeit, mit der die Waagen messen, entscheidend, um aussagekräftige Ergebnisse zu ermitteln..

Kosten-Nutzen-Rechnung bei der Wahl der Waage.

In der Finanzierung habe ich mich für ein Leasing-Modell anstelle des Kaufs entschieden. Die Nachfrage für die Messungen steigt fortlaufend und auch die langfristige Bindung zu meinen Klienten und Patienten festigt sich, so dass sich die Anschaffung meines Erachtens nach lohnt.

Seit der Anschaffung der Waage eröffnen sich mir neue Einnahmemöglichkeiten. Die Messungen können im Paket mit einer bzw. mehreren Ernährungsberatungen oder auch einzeln gebucht werden. Eine Messung allein ohne Interpretation und Beratung kann auch von meiner studentischen Hilfskraft durchgeführt werden. Zudem sind andere Finanzierungsmodelle denkbar, beispielsweise 10er-Karten, die auch gleichzeitig die langfristige Betreuung und Bindung fördern.

Für mich und mein Praxismodell, hat sich die Anschaffung gelohnt. Ich fühle mich sicher im Umgang mit der Waage, bei Fragen jeder Art bekomme ich einen hervorragenden Kundenservice geboten und meine Klienten und Patienten wissen die Waage in unserer Zusammenarbeit ebenfalls zu schätzen.

Mit der Praktikabilität von BIA-Meßgeräten befasste sich auch die Örtliche Gruppe Osnabrück, probierte verschiedene Modelle aus und diskutierte deren Einsatz in der Praxis.

Dr. Heike Niemeier

Dr. Heike Niemeier ist niedergelassene Ernährungsberaterin mit dem Zertifikat „Ernährungsberater/in VDOE“. Sie unterstützt Menschen dabei, ihre Lebensgewohnheiten zu verändern und arbeitet auch im Berufsfeld Betriebliche Gesundheitsförderung.

Sehen Sie hier einen Film von Frau Dr. Niemeier zum Umgang mit ihrem BIA-Messgerät.

 

 

 

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