Ernährung und Kognition in den Fokus rücken!

Vom 21. bis 23. Juni 2018 findet in Kassel die Tagung „Ernährung 2018 – Ernährung ist Therapie und Prävention“ statt. In unserer VDOE-Blogserie verraten wir Ihnen vorab einige Inhalte ausgewählter Vorträge. Erst seit einigen Jahren richtet sich der Blick auf die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Hirngesundheit. Auf diesem Gebiet Forschende wie Professor Dr. Ute Nöthlings wünschen sich hier deutlich mehr Aufmerksamkeit. Denn möglicherweise trägt die „richtige“ Ernährung von klein an zum Schutz vor Demenz bei. Auf der Tagung „Ernährung 2018 – Ernährung ist Prävention und Therapie“ präsentiert die Ernährungswissenschaftlerin den Status Quo der epidemiologischen Forschung zu diesem Thema.

Wie wirkt sich die Ernährung auf unser Gehirn aus? Kann ein bestimmter Ernährungs- und Lebensstil vor Demenz schützen? Und gibt es vielleicht sogar bestimmte Lebensmittel, die dazu beitragen, die kognitive Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter zu bewahren?  Antworten auf diese und weitere Fragen suchen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Forschungsprojekt Diet-Body-Brain. Eine von ihnen ist Professor Dr. Ute Nöthlings vom Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften (IEL) an der Universität Bonn. Im Rahmen der Session „Ernährung und Kognition / Demenz“ wird sie in Kassel einen Überblick darüber geben, welche Rückschlüsse Metaanalysen und Einzelstudien uns schon heute über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Kognition erlauben.

Die Hirngesundheit taucht bisher in Empfehlungen nicht auf

Tatsächlich gibt es mittlerweile speziell zur Alzheimer, Demenz oder deren Vorstufen bereits eine ganze Reihe an Untersuchungen mit vielversprechenden Ergebnissen. Die zeigen beispielsweise das Potenzial der mediterranen Ernährung oder von Omega-3-Fettsäuren auf. „Trotzdem tauchen solche Erkenntnisse in offiziellen Leitlinien bisher nicht auf“, so die Ernährungswissenschaftlerin. Dort geht es in der Regel immer um die großen Volkskrankheiten Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Übergewicht, zu denen natürlich auch viel mehr geforscht wird. Das sähen Wissenschaftler wie Nöthlings gerne anders. Denn die Prävalenz und Inzidenz von Demenz und anderen kognitiven Erkrankungen steigt kontinuierlich an, ausgelöst auch dadurch, dass die Menschen immer älter werden. Damit verbunden ist ein großes Leid der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Die kognitive Reserve bildet sich schon in jungen Jahren

„Die Hoffnung, dass wir dieser Entwicklung mit der richtigen Ernährung etwas entgegensetzen können, treibt mich und meine Kollegen in unserer Forschung an. Außerdem gehen wir heute davon aus, dass die Grundlagen für die Hirngesundheit in späteren Jahren schon von klein auf gelegt werden“, so Nöthlings. Als kognitive Reserve bezeichnet man die Fähigkeit des Gehirns, Schädigungen im Alter zu bewältigen. Je größer die kognitive Reserve – möglicherweise eben auch gefördert durch ein gesundes Essenverhalten – desto besser ist der Mensch vor Demenz geschützt. „Wir möchten die Demenz daher genauso wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf die Landkarte der Ernährungswissenschaften und der Epidemiologie bekommen“, wünscht sich die Professorin. Damit appelliert sie auch an Nachwuchswissenschaftler, sich diesem spannenden Forschungsgebiet zu stellen. Und sie appelliert an offizielle Gremien, die bereits vorhandenen Studienergebnisse zur Ernährung und Kognition bei der Erarbeitung von Ernährungsempfehlungen zur berücksichtigen.


Die Referentin: Professor Dr. Ute Nöthlings

Prof. Dr. Ute Nöthlings

Prof. Dr. Ute Nöthlings

Autorin: Gabriela Freitag-Ziegler

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